Frage von Hans: Bedeutet negatives Eigenkapital durch Goodwillabschreibungen grundsätzlich die Insolvenz?
Hewlett Packard hat ja im letzten Quartal rund 9 Mrd $ Goodwill abschreiben müssen und es stehen immer noch 44 Mrd $ an Goodwill in der Bilanz bei nur 32 Mrd $ Eigenkapital. Angenommen, der komplette Goodwill würde im nächsten Quartal abgeschrieben – ist gar nicht so abwegig, da auch autonomy doch nichts wert zu sein scheint, dann wäre das Eigenkapital ja bei -10 Mrd $ , wenn bereinigt je Quartal weiterhin 2 Mrd verdient würden. (32-44+2=10 Mrd $ ). Müsste dann ein ansonsten profitables Unternehmen mit hohen Cashflows nur wegen eines negativen Eigenkapitals die Insolvenz anmelden und abgewickelt werden oder würde dies lediglich auf eine komplette Enteignung der Aktionäre, aber einem Fortbestand des Konzerns mit einer Großzahl der Sparten und Arbeitsplätze ähnlich wie bei Ford oder GM hinauslaufen? Hier wurde ja auch das Eigenkapital negativ und die Altaktionäre enteignet, wobei beide Aktien, als die Börsen wieder auf dem Weg zu höchstkursen waren von der US-Regierung neu an die Börse gebracht wurden – vermutlich sogar mit einem guten Gewinn für den Staatshaushalt.

Beste Antwort:

Answer by Michael K.
im deutschen Recht ist es so, dass Kapitalgesellschaften bei Überschuldung die Insolvenz einreichen müssen, es sei denn, es kann erklärt werden und ist nur kurzfristig, zB durch Sonderabschreibungen. Dazu bedarf es einer Stellungnahme der Geschäftsführung, wie das Loch geschlossen werden soll. Bei dauerhafter (mehr als 1 Jahr?) Überschuldung kann dann fast von Insolvenzverschleppung ausgegangen werden. Alternative ist frisches Eigenkapital.
By the way: die neuen UGs müssen Insolvenz anmelden, wenn auch nur eine Verbindlichkeit nicht innerhalb der Zahlungsziele beglichen werden kann! (aber welche UG tut das)

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