Frage von adk0827: Finanzinnovation und Zinsabschlagssteuer. Wie bekomme ich mein Geld wieder?
Eine bei der Citibank erworbene Anlage (mit Zertifikaten) habe ich zur Ing Diba übertragen, um dort alle meine Anlagen gesammelt in nur einem Depot liegen zu haben.

Bei der Anlage handelt es sich um eine sog. Finanzinnovation. Somit wurden mir (gem. § 43a EStG) nach dem Verkauf dieser Anlage pauschal 30% des gesamten Verkaufserlöses abgezogen. Es wurde definitiv nicht der Gewinn versteuert, da ich mit dieser Anlage leider keinen Gewinn erzielen konnte.

Da ich mit dieser Anlage also Verlust gemacht habe, muss ich diesen Betrag, der mir abgezogen wurde, bei der Steuererklärung doch wieder bekommen, was mir auch von einem Angestellten der Ing Diba bestätigt wurde. Oder sehe ich das falsch?

Wie muss ich hierbei vorgehen?

Warum gibt es diese Regel überhaupt? Im Januar 2007 verkaufte ich die Anlage für 13.000 Euro. Und trotz dessen, dass ich Verlust gemacht habe, werden ca. 1.200,- Euro an das Finanzamt abgezogen, die ich erst mit der Steuererklärung für das Jahr 2007 (also über ein Jahr später!!!) wieder bekommen soll… Das ergibt für mich keinen Sinn.
Ich befürchte, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt: Mein Problem ist nicht der Verlust und die Frage, ob ich diesen bei der Steuererklärung wiederbekomme. Ich habe diesen Verlust lediglich erwähnt, um klar zu stellen, dass diese Anlage keinen Gewinn gebracht hat. Es gab also KEINE Zinserträge!!!

Es geht mir um die Zinsabschlagssteuer! Beim Verkauf der Anlage wurden mir 30% vom Verkaufserlös abgezogen – nicht vom Gewinn!

Ich sehe es ein, von Gewinnen Steuern an den Staat abzuführen. Aber doch nicht von meinem Anlagekapital…

Lieber John D, es geht nicht immer nur um eine schnelle Antwort – der Inhalt zählt auch… 😉

PS. Angenommen, jemand kennt sich mit der Landwirtschaft nicht aus, würdest du ihm das Recht auf Nahrungsaufnahme absprechen?

Nun bitte zurück zum Thema…
Vielen Dank für die bisher abgegebenen Antworten. Auf meine Beschwerde-Mail habe ich folgende Antwort von der Ing.Diba erhalten:

(…) Bei Verkauf und Endfälligkeit einer Finanzinnovation rechnen wir den Kursgewinn nach der Differenzwertmethode ab, wenn Sie das Papier über uns gekauft haben. Wurden die Papiere nicht bei uns gekauft, wenden wir grundsätzlich die Pauschalwertmethode an. Diese Aufteilung ist in § 43 a Abs. 2 Satz 2 Einkommenssteuergesetz (EStG) festgelegt und gilt auch dann, wenn Sie uns die Kaufbelege einreichen.
(…)
Bei der Pauschalwertmethode dienen 30 % des gesamten Erlöses als Besteuerungsgrundlage. Hiervon werden dann 30 % Zinsabschlagsteuer und davon wiederum 5,5 % Solidaritätszuschlag berechnet. Ebenso werden ein eventueller Freistellungsauftrag und Guthaben im Stückzinstopf berücksichtigt.

(…) eine steuerliche Beratung führen wir nicht durch. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu steuerlichen Auswirkungen an Ihren Steuerberater.

Beste Antwort:

Answer by John D
In 2007 hast du den Verlust realisiert. Also kannst du ihn in der Steuererklärung für 2007 geltend machen. Vorher gab es ja nur einen fiktiven Papierverlust.

Wer investiert, sollte sich zumindest rudimentär mit den in diesem Zusammenhang wichtigen Rechtsvorschriften auskennen, wie soll man sonst vernünftige Entscheidungen treffen?!

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