Frage von : In den Monaten Mai, Juni, Juli August und September mäht mein Nachbar regelmäßig den Rasen. Wie findet ihr das?
Mein Nachbar mäht nun schon seit etwa 10 Jahren den Rasen immer an 2 bestimmten Wochentagen. Immer Dienstags und Samstags gegen 16:30 Uhr. Das ist 2 mal wöchentlich!! Und der Typ hat einen großen Garten, das heißt, der braucht dafür immer um die 2 Stunden.

Ich würde mich gerne gleich mal hinlegen, aber weil ich ja weiß, dass der Mann gleich wieder anfängt damit, tu ich es nicht, sonst ärgere ich mich noch mehr, wenn der mich aufweckt.

Ist es unverschämt, ihn mal daraufhin aufmerksam zu machen? Ich weiß nicht, aber ich bin richtig aggressiv schon und scheiße gelaunt wegen dem!!

Es nervt einfach nur. Ich wohne ja eh schon in einer Großstadt, hab auch nichts dagegen, wenn der Nachbar mal für 1, 2 Stunden seine Anlage etwas lauter stellt, aber allein schon, dass ich weiß, wann der seinen Rasenmäher anstellt, regt mich auf!

Was soll ich ihm sagen? Dieses Geräusch ist nicht zu überhören. Man hört es in der gesamten Wohnung. Auf dem Dachboden ist es komischerweise noch lauter. Vielleicht wegen der alten Fenster.

Kann man auch juristische Schritte einleiten? Ruhestörung ist es zwar nicht, aber trotzdem belästigt es mich.

Es bleibt ja nicht beim Rasenmähen, er holt auch immer so eine Art Flammenwerfer und macht dann das Unkraut zwischen den Ritzen des Steinwegs in seinem Garten immer weg und im Winter blinkt die ganze Zeit sein Haus wegen der Weihnachtsdekoration.

Wenn er im Sommer mal grad nicht in seinem Garten beschäftigt ist, dann spielen die Kinder rum und ärgern manchmal auch meine zwei Katen.

Die kamen letztes mal schon klatschnass an. Meine Nachbarin über mir meinte, sie hätte beobachtet, wie sie die Katzen mit Spritzpistolen abspritzen und sie hektisch verfolgen, aber wegen denen erteile ich doch meinen Katzen kein Ausgehverbot.

Beste Antwort:

Answer by Li Ping Schweinebraten
Das Rasenmähen ist ein Grundrecht eines jeden Deutschen. Rasenmähen ist eine Leidenschaft und zugleich ein Fluch der Vorstädte. Eigentlich ist es ein Stoffwechselprozess. Noch eigentlicher aber ist es ein Existenzbeweis für aufmerksame Nachbarschaft und beweist Wehrhaftigkeit bei Zwistigkeiten und nur unzureichend befriedeten Grundstücksgrenzen mit teuren Pflanzen. Vor allem aber ist Rasenmähen eine Alibitätigkeit, da der Rasen in Wahrheit nur sehr selten gemäht werden muss. icht ohne Hintergedanken schaffen sich konspirativ planende beziehungsmüde Männer Oasen im Eldorado ehelichen Einerleis. Die Watch- and Wait-Methode ist nicht immer die erfolgreichste, wenn man nach einem Arbeitstag zu einer spontanen Gefühls-Inventur aufgefordert wird oder Vorzüge innenarchitektonischer Art auseinandergelegt bekommt. Hier sehen viele solcher Männer nur die Flucht nach vorn – wenngleich meist durch die rückwärtig gelegene Terrassen- oder Wintergartentür – als probates Mittel, um den „furchtbaren“ und „schon viel zu lange vernachlässigten“ Rasen zu pflegen.
Wenn die erste Stufe der Flucht also gelungen ist, hat Mann noch nicht endgültig gewonnen. Ist die betreffende Dame allzu mitteilungsbedürftig und/oder wissbegierig, folgt sie ihm in sein Rückzugsgebiet. Dann können alle akkustischen Vorzüge eines von der Ehefrau gescholtenen „furchtbaren“ und „schon viel zu lange vernachlässigten“ Rasenmähers ausgespielt werden. Hat die Dame das grüne designierte Diskussionspodium verlassen, gibt es genug Möglichkeiten, den Rasenmäher nach einer kurzen Bewegungsphase auf einer Spanplatte oder einer Pflastersteinfläche – noch laufend – abzustellen und sich endlich der himmlischen Ruhe vor neugierigen Fragen und Blicken zu widmen – ein Glück nicht ohne Wermutstropfen freilich.

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