Frage von Mara: Kann mein Sohn die Immobilie von seiner Oma erben (überschrieben bekommen)?
Ich und mein Sohn sind deutsche Bürger. Meine Mutter wohnt in Russland (also ein russischer Bürger)und möchte ihre Immobilie meinem Sohn schenken. Ist das möglich? Und welche Folgen (gesetzlich und steuerlich) kann diese Schenkung haben?

Beste Antwort:

Answer by blauclever
Ja.

„Schenkung von Immobilien: Die Übertragung von Immobilien erfordert einen notariell beurkundeten Vertrag und einen Grundbucheintrag der Schenkung.
Auch wenn Ihr Testament o.ä. ganz anderes bestimmt, steht Ihrem Ehe-/Lebenspartner und Ihren eigenen Nachkommen (bzw. Eltern, wenn es keine Nachkommen gibt) ein Pflichtteil zu. Wenn Sie ihnen weniger zuwenden als ihnen ohne Erbregelung gesetzlich zustünde, müssen die Erben ihnen auf Verlangen den Pflichtteil auszahlen, der die Hälfte des gesetzlichen Erbteils ausmacht. Dazu wird der Wert des gesamten Nachlasses errechnet. Man kann jedoch vor dem Erbfall in einer notariellen Urkunde auf seinen Pflichtteil verzichten.

Die steuerliche Seite regelt das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG). Dabei gelten verschiedene Freibeträge für Ehegatten, Kinder, Eltern usw., außerdem verschiedene Steuerklassen (I: Ehegatten, Stief-/Kinder und -enkel, Groß-/Eltern. II: Geschwister und deren Kinder, Schwiegerkinder und -eltern, geschiedene Ehegatten. III: alle übrigen) mit entsprechenden Steuersätzen je nach Höhe der Schenkung.
(1) Nach dem persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser oder Schenker werden die folgenden drei Steuerklassen unterschieden:
Steuerklasse I:

1.
der Ehegatte,
2.
die Kinder und Stiefkinder,
3.
die Abkömmlinge der in Nummer 2 genannten Kinder und Stiefkinder,
4.
die Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen;

Steuerklasse II

1.
die Eltern und Voreltern, soweit sie nicht zur Steuerklasse I gehören,
2.
die Geschwister,
3.
die Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern,
4.
die Stiefeltern,
5.
die Schwiegerkinder,
6.
die Schwiegereltern,
7.
der geschiedene Ehegatte;

Steuerklasse III:
alle übrigen Erwerber und die Zweckzuwendungen.
(1a) Die Steuerklassen I und II Nr. 1 bis 3 gelten auch dann, wenn die Verwandtschaft durch Annahme als Kind bürgerlich-rechtlich erloschen ist.
(2) 1In den Fällen des § 3 Abs. 2 Nr. 1 und § 7 Abs. 1 Nr. 8 ist der Besteuerung das Verwandtschaftsverhältnis des nach der Stiftungsurkunde entferntest Berechtigten zu dem Erblasser oder Schenker zugrunde zu legen, sofern die Stiftung wesentlich im Interesse einer Familie oder bestimmter Familien im Inland errichtet ist. 2In den Fällen des § 7 Abs. 1 Nr. 9 Satz 1 gilt als Schenker der Stifter oder derjenige, der das Vermögen auf den Verein übertragen hat, und in den Fällen des § 7 Abs. 1 Nr. 9 Satz 2 derjenige, der die Vermögensmasse im Sinne des § 3 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 oder § 7 Abs. 1 Nr. 8 Satz 2 gebildet oder ausgestattet hat. 3In den Fällen des § 1 Abs. 1 Nr. 4 wird der doppelte Freibetrag nach § 16 Abs. 1 Nr. 2 gewährt; die Steuer ist nach dem Vomhundertsatz der Steuerklasse I zu berechnen, der für die Hälfte des steuerpflichtigen Vermögens gelten würde.
(3) 1Im Falle des § 2269 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und soweit der überlebende Ehegatte an die Verfügung gebunden ist, sind die mit dem verstorbenen Ehegatten näher verwandten Erben und Vermächtnisnehmer als seine Erben anzusehen, soweit sein Vermögen beim Tode des überlebenden Ehegatten noch vorhanden ist. 2§ 6 Abs. 2 Satz 3 bis 5 gilt entsprechend.“

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