Frage von Iro: Welcher Anteil der Gesamtlohnsumme ist sozialversicherungspflichtig?
Es gilt dass die Sozialversicherungen eine Obergrenze für die Berechnung der Beiträge habe. Zusätzliches Einkommen wird dann nicht mehr belastet.
Ich habe nun gelesen, dass ursprünglich z.B. bei der Rentenversicherung auf 95% der Lohnsumme Beiträge erhoben wurden aber mittlerweile nur noch 85%. Stimmt das? Und wichtiger, wo gibt es eine Quelle dafür und für die Entsprechung bei anderen Sozialversicherungen? Ich hoffe jetzt kommt kein Verweis auf das statistische Bundesamt, in deren Material finde ich nie etwas. Oder es gibt wenigstens einen Hinweis auf das richtige Kapitel, damit ich eine Chance habe es zu finden ;).
Außerdem: gibt es eine Quelle in der steht wie sich das versicherungspflichtige Einkommen im Vergleich zum Gesamteinkommen d.h. inklusive Einkommen aus Kapital und sonstigem, entwickelt?

Vielen Dank im Voraus für alle Hilfe.
Dabei geht es mir eher nicht um die Beamten; die befinden sich sowieso außerhalb des Systems, weil sie einen garantierten Arbeitsplatz haben und sich der Staat um die Rente kümmert. Theoretisch verdienen die dafür weniger.
Mir geht es eher um die oberen Einkommen. Da sich die Unterschiede im Einkommen zwischen gut- und schlecht Verdiener vergrößert müssen die oberen Einkommen weniger zahlen. Entsprechend lassen sich vielleicht dadurch die Probleme der Sozialversicherungen bei der Finanzierung erklären.

Beste Antwort:

Answer by gummibärchen
Meinst du die Beitragsbemessungsgrenze?
http://de.wikipedia.org/wiki/Beitragsbemessungsgrenze

Oder Zuschläge, die steuer- und sozialabgabenfrei sind?
http://de.wikipedia.org/wiki/Sonntagsarbeit
Entgeltumwandlung?
http://de.wikipedia.org/wiki/Entgeltumwandlung

Oder die Tatsache, dass Beamte ihr Einkommen ohne Sozialversicherungsbeiträge kassieren?
http://de.wikipedia.org/wiki/Besoldung

Wie sich das prozentual auf die Gesamtlohnsumme auswirkt, kann ich nicht sagen.

Interessantes Thema. Ich vermute mal, dass die Beamten sich sehr heftig der Solidargemeinschaft entziehen….

GB

Ergänzung:
> Theoretisch verdienen die dafür weniger.
Praktisch nicht. Schon gar nicht auf das Lebenseinkommen bezogen bei ansonsten gleichen Voraussetzungen.
Netto ist mangels Eigenbeteiligung an der Altersversorgung und dank des Wegfalls der Alo-Versicherung das Monatseinkommen sehr satt. Wenn man dann noch die üppigen Pensionen dazunimmt, zusammen mit einer sehr geregelten Arbeitszeit, dann ist das schon eine sehr interessante Größe auf das Lebenseinkommen bezogen.

> Mir geht es eher um die oberen Einkommen.
Stimmt, durch die Beitragsbemessungsgrenzen ist zunächst der Beitrag der sehr gut verdienenden gedeckelt. Mit steigendem Einkommen nimmt der Beitrag für die Sozialsysteme prozentual ab. Negative Progression sozusagen 🙂

> Entsprechend lassen sich vielleicht dadurch die Probleme der
> Sozialversicherungen bei der Finanzierung erklären.
Ja und dadurch, dass sich kinderlose, gutverdienende, junge Gesunde in die privaten Krankenversichrungen flüchten können. Den gesetzlichen Kassen bleiben dann (chronisch) kranke, arme und kinderreiche Mitglieder. Die guten Fraktionen werden abdestilliert.

Wenn du die Probleme der Sozialversicherungen bei der Finanzierung erklären willst, sind das die Ansatzpunkte: Beamte, Beitragsbemessungsgrenzen, private Krankenkassen und deren Auswahlkriterien.

Nicht zu vergessen die eigenen Altersvorsorgen für Künstler, Architekten, Ärzte etc pp.

Die Finanzierung der Sozialsysteme gehört auf eine breitere Basis gestellt.

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