Frage von Labakan: Wird bei einem Börsencrash wirklich Geld vernichtet?
Im Zusammenhang mit Börsencrashs ließt man oft von Geldvernichtung, ist es aber nicht richtiger von einer Umverteilung von Geld zu sprechen? Die Kurse fallen ja dadurch, dass die Aktien verkauft werden, d.h. diejenigen die zuerst verkaufen nehmen quasi das ganze Geld mit was den anderen verloren geht.

Beste Antwort:

Answer by Alexander B
Man muß unterscheiden zwischen Geldforderungen und Bargeld. Eine Aktie ist ein Versprechen, daß mir zu dem aktuellen Verkaufswert der Aktie das Geld ausgezahlt wird.
Im Krisenszenario kann dieser Vorgang möglicherweise gestört sein: ich bekomme also meine Geldforderung nicht zurückerstattet.

Bargeld ist die Anlage mit der höchsten Liquidität und kann sofort günstig eingesetzt werden. Es ist ein Dokument, welches die Kaufkraft verbrieft; im Gegensatz dazu sind Geldforderungen (auch Anleihen, Schuldverschreibungen, Sparbuch, Kreditkarten und das Girokonto) Versprechen des Geldinhabers, dieses wieder zurückzufallen.

Wir dieses Versprechen durch einen Börsencrash unmöglich, so bleibt der Aktionär auf dem Trockenen sitzen.

Aber auch Bargeld kann in Folge eines Börsencrashs sich im Wert ändern: normalerweise ist Bares nach einem Börsencrash knapp: das heißt also, es steigt im Wert.

Vor einem Börsencrash können allerdings Deflation oder Inflation eintreten: d.h. es kommt eine Spirale in Gang, die auch den Wert des Geldes verändern kann.

Im Notfall gilt: Geld ist am sichersten beim Eigentümer. Im Szenario einer großen Bankenkrise können nämlich Bankfeiertage eingelegt werden (gesetzlich verordnet), und der Bankkunde kommt nur noch schwer an sein Geld auf der Bank heran. Auch die Auszahlungssummen können begrenzt werden. So geschehen vor der Währungsreform 1948 bei der Abwertung der Reichsmark. Es kann sich alles wiederholen: sowohl Szenarien des Oktobers 1929, als auch die von 1923 (Hyperinflation innerhalb von 10 Monaten) und 1948.

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